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Fliegenfischen im Regenwald – Die Browntrouts vom Mount Kenia |
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Wie es der Zufall wollte, konnte ich bereits zwei Jahre nachdem ich Nairobis Fliegenbinder besucht hatte, endlich die Gelegenheit nutzen und am Mount Kenia die Fliegenrute schwingen. Bei einem Erkundungstrip durch ganz Kenia, stand auch der Mount Kenia auf unserer Liste. Zusammen mit drei Freunden fuhren wir von Nairobi aus direkt in die Regenwälder des Mount Kenias. Ich war aufgeregt wie ein kleines Kind, als ich das erste Mal die kleinen Bäche und Flüsse mit eigenen Augen sah. Diese sahen schon sehr Fischträchtig aus.
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Leider konnte ich aber auch erkennen, dass die vielen Regenfälle der letzten Tage das Wasser ziemlich stark eingetrübt hatten. Also nicht unbedingt die besten Voraussetzungen fürs Fliegenfischen. Aber davon ließen wir uns erstmals nicht entmutigen. Wir verbrachten einige Tage in dem mehr als 3000 Meter hohen Gebiet. Als Ausgangspunkt diente uns eine alte, sehr rustikale Unterkunft in Mitten der Nebelverhangenen Regenwälder.
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Von dort aus ging es los in die reißenden Bäche des Mount Kenias. Wir wussten von Erzählungen im Vorfeld der Reise, dass die unteren Läufe der Bäche leider leergefischt sein. Doch trotzdem wollten wir es versuchen. So fuhren wir mit dem Geländewagen soweit wir konnten und gingen von dort zu Fuß weiter. Die ersten Spots befischten wir auf eigene Faust und ohne Guide. Wir stellten den Geländewagen auf irgendeinen Pfad, mitten in der Pampa ab und schlugen uns in die Büsche.
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Ein schnelles Vorankommen war undenkbar, da die steilen Hänge der Flusstäler dicht bewachsen waren. So kraxelten wir immer am Fluss entlang, immer auf der Suche nach einem tiefen Gumpen oder einer anderen interessanten Stelle, immer tiefer rein in den Regenwald. Es dauerte nicht lange, da sahen wir die erste Elefanten- und Büffelkacke. Ein Indiz dafür, dass wir scheinbar nicht allein hier unterwegs waren. Es war sehr schwer an den Fluss zu kommen, da die Steilen abhänge und Klippen keine Möglichkeit boten ans Wasser zu gelangen.
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Ramon und ich trennten uns von Olli und Patric welche es vorzogen zurück zum Auto zu gehen. Ramon und ich schlugen uns weiter durch die Pampa. Um den Rückweg wieder zu finden, schlug ich mit meinem Messer, Kerben in die Bäume und schnitt Äste an den wichtigsten Abzweigungen ab und legte diese als Wegzeichen zurecht. Der Regenwald wurde immer dichter, die Entfernung zum Fluss immer weiter und die Elefantenkacke immer mehr. Ramon wurde es sichtlich unwohler und auch bei mir stieg der Adrenalinpegel. So entschlossen wir uns nach gut zwei Stunden auch umzukehren.
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Am Abend trafen wir in unserer neuen Lodge ein. Um die kommenden Tage etwas mehr Glück beim Fischen zu haben, besorgten wir uns einen Guide für die nächsten Tage. Nach der Ankunft in der Lodge machten wir uns gleich am Abend noch auf um einen Spot zu befischen welchen wir auf der Fahrt zur Lodge gesehen hatten. Ein Guide von der Lodge begleitete uns. In diesem Gebiet gibt es Waldelefanten, Büffel und Leoparden, so war jemand Einheimisches mit zu nehmen nicht die schlechteste Wahl.
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Nachdem wie die ersten paar Spots angefischt hatten, und leider auch hier das Wasser noch ziemlich trüb und wild war, entschloss ich mich mit Ramon und dem Guide einen kleinen, in einer steilen Schlucht gelegenen Nebenbach zu befischen. Bereits der Einstieg in die Schlucht war ein Wagnis. Der rutschige Urwaldboden und die moosbedeckten Steine waren rutschig wie Schmierseife. So testete ich meine Schuhe bereits beim Einstieg auf ihre Wasserdichtigkeit.
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Da das Wasser und die Außentemperatur relativ warm war, entschlossen wir uns mit normalen Hosen ins Wasser zu gehen. Bereits nach wenigen Metern war der Blickkontakt zu Olli und Patric verloren gegangen. Nun standen wir mitten drin in einem reißenden, bis zu mehreren Metern tiefen, afrikanischen Gebirgsbach. Der ganz schmale Uferstreifen war sehr schwer zu begehen. Unser Guide kletterte wie eine Gazelle, barfuß voran und es war schwer mit ihm Schritt zu halten.
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Nachdem wir ein paar äußerst tiefe Gumpen mit Fliegen und auch anderen Kunstködern ohne Erfolg abgefischt hatten, kam es wie es kommen musste. Ich war mit dem Guide ein paar Meter weiter geklettert, als ich plötzlich einen lauten Schrei von Ramon hörte. Schnell hastete ich zurück und sah einen patsch nassen Ramon mitten im Fluß liegen. Das Ufer war weggerutscht und Ramon bis über die Haare in einem tiefen Gumpen verschwunden. Natürlich hatte er die Kamera noch um den Hals hängen gehabt…
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Schlotternd machte er sich auf zurück zu Olli und Patric. Ich fischte noch eine weitere Stelle und ging dann auch zurück zum Auto. Nach ein paar weiteren Stellenwechseln und nur einem Fehlbiss waren wir etwas geknickt. Die hohen Erwartungen hatten sich bislang noch nicht erfüllen können. Auch die nächsten Tage sollten ohne Erfolg bleiben. Der Mount Kenia hat in der Tat noch tolle Bäche mit gutem Bestand, allerdings sind diese Abschnitte weit über 3500 und 4000 Metern zu finden. Hier konnten die Einheimischen noch nicht wildern.
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Nach ein paar trotzdem interessanten Tagen und einigen interessanten Gesprächen mit ein paar Engländern bekamen wir den entscheidenden Tipp. In der Tat gibt es noch eine Gegend in der Nähe des Mount Kenias wo noch viele Forellen zu finden sind. Diese Gegend sollte man aber nur mit Guide befischen, da sie noch eine Nummer „interessanter“ ist als die Bäche am Mount Kenia selbst. Wir schafften es leider nicht einen Tag mit unserem neuen Freund fischen zu gehen, da eine dicke Regenfront das Fischen unmöglich machte…
So warte ich noch immer auf meine erste, mit der Fliege gefangene, afrikanische Forelle. Mal sehen wann sich eine neue Möglichkeit ergibt das braune Gold der Flüsse Kenias zu bergen…
Bilder: Andreas Knausenberger; Oliver Jungermann; Ramon Lahme; Patric Becker
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