Saltwater Dropshot - Gezielt auf Riffgiganten

Im Bereich des Süßwasserangelns ist Drop-Shotten seit Jahren der Garant für tolle Fänge. Das des aus den USA stammenden Trend auch bald in den Bereich des Salzwasserfischens übergreifen würde, war klar. Seit einiger Zeit gibt es verschiedene Hersteller aus den USA, welche spezielle Köder für das Drop-Shotten auf tropische Salzwasserfische entwickelt haben. Ich habe ein paar einfache, selbstgebaute Montagen bei meinem letzten Salzwassertrip in Kenia ausprobiert. Das Ergebnis dieses Experimentes waren tierischer Muskelkater und leichtes Stechen im Kreuz…


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Erste Versuche...

November ist Segelfisch- und Jiggingzeit in Malindi. Die See ist zu dieser Jahreszeit relativ ruhig und ein entspanntes Fischen ist auch draußen an den Riffkanten möglich. So packte ich mir im Vorfeld dieser Reise ein paar extreme Gummifische, mit 25 und mehr Zentimetern Länge, mit in meine Tacklebox. Dazu noch ein paar große Einzelhaken mit langem Hakenschenkel der Größe 12/0 und ein paar stabile Drillinge. Quetschülsen und Gummibeads, sowie ein Fluorocarbon Vorfachmaterial, rundeten das benötigte Tackle ab.


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Gleich bei der ersten Ausfahrt blieben wir gleich mehrfach mit unseren Jigs an Groupern, Snappern und Tunfischen hängen. Nachdem ich einige Fische auf die Jigs gefangen hatte, fiel mir auf einmal wieder die Tacklebox mit dem Dropshot-Tackle ein. Bei einer kleinen Pause vom Jiggen, baute ich die Dropshot-Montage auf. Diese ist eine relativ simple Montage, bei der es nur ein paar wenige Dinge zu beachten gibt.


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Die Montage

Die Länge des Vorfaches beträgt zwischen 1,5 und 2,0 Meter. Am Ende des Vorfaches wird mit Hilfe einer Kausche und einer Klemmhülse ein stabiler Wirbel befestigt. Mit diesen kann man später das Bleigewicht problemlos austauschen und an die Strömung sowie die Drift anpassen. Etwas über der Hälfte des Vorfaches, also bei etwa 1,5 Metern, wird eine Klemmhülse auf das Vorfach geklemmt. Oberhalb der Klemmhülse wird nun ein Gummibead auf das Vorfach gezogen. Der Bead sollte vom Durchmesser größer sein, als das Hakenöhr des Einzelhakens. Dieser wird als nächstes Teil der Montage auf das Vorfach aufgefädelt. Über den Haken wiederum kommt der zweite Gummibead und eine weitere Klemmhülse. Diese muss so fest nach unten in Richtung Haken geschoben werden, dass die auf den Gummibead und die Hakenöse drückt. Klemmt man die Montage richtig, so steht der Einzelhaken im Idealfall dann im rechten Winkel ab.

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Um Fehlbisse zu verhindern, wird mit einem Stringer mit Drilling gearbeitet. Dieser wird ebenfalls mit Klemmhülsen am, der Länge des Vorfaches angepassten Fluorocarbon, befestigt. An das obere Ende des Springers wird ein starker Splittring befestigt. Dieser Splittring wird nun in das Hakenöhr des Einzelhakens gezogen. Am oberen Ende des gesamten Vorfaches wird wieder eine Kausche befestigt. Mit Hilfe dieser Kausche kann das Vorfach schnell getauscht werden. Hat man das obere Ende eingehängt, befestigt man im unteren Wirbel das Blei.

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Ein Blei in Tropfen- oder Stabform hat sich am besten bewährt. Das Gewicht muss je nach Strömung angepasst sein. Man kann relativ einfach erkennen, ob das Blei zu leicht ist oder nicht. Lässt man die Montage ab und der Winkel der absinkenden Schnur wird größer als 15°, ist das Gewicht zu leicht. Die Montage wird dabei von der Strömung erfasst und abgetrieben. Ein Führen der Montage unter dem Boot ist nicht mehr möglich. In diesem Fall muss ein schweres Blei verwendet werden. Läuft die Montage nahezu senkrecht ins Wasser, hat man das passende Gewicht gefunden. In Kenia musste ich Teilweise mit mehr als 1,2 kg Blei fischen, um die Montage richtig am Grund anbieten zu können.

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Ruten und Rollen

Als Ruten können Jigging- oder Stand-Up Ruten benutzt werden. Diese sollten allerdings genug Rückrad haben um auch mit Gewichten über einem Kilo fertig zu werden. Ich habe bei meinem Test die Xzoga Black Monster gefischt. Diese Rute ist eine PE 8 – 12 Jiggingrute und mit eine der Stärksten auf dem Markt. Es können bei dieser Art der Fischerei Stationär- als auch Mulitrollen eingesetzt werden. Die Übersetzung ist beim Fischen nebensächlich. Allerdings erleichtern Rollen mit hoher Übersetzung das Heraufholen der Montage erheblich. Ich nutzte bisher 10.000er und 20.000er Stellas. Aber auch die Penn Spinnfischer oder die Fin Nor Spinnfischer sind bestens für diese Fischerei geeignet.


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Schnur sollte ausreichend vorhanden sein. Unter 400 Metern sollte man keinesfalls dieser Fischerei nachgehen. Die Durchmesser sind ähnlich wie beim Jiggen. 0.31mm bis 0.38mm sind bestens geeignet. Je dicker allerdings der Schnurdurchmesser, desto stärker der Versatz der Montage. Ein Gimbal mit Harnes, sowie ein Drillhandschuh, gehören ebenfalls zur Standartausrüstung. Die Haken sollten alle vor Gebrauch noch einmal geschärft werden. Der Drilling wird in den Rücken des Gummifisches im Schwanzbereich gesteckt.

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Die Farbe und die Form des Köders sind in meinen Augen eher unwichtig. Viel wichtiger ist das Zusammenspiel zwischen Captain und Angler. Mit Hilfe des Echolotes werden vor allem Kantenabbrüche und Plateaus befischt. Hierbei fischt man die Kante von unten nach oben. Wer hier allerdings nicht ständigen Kontakt zum Köder hat und die tiefe nachreguliert, kann schnell am Riff hängen bleiben! Also immer die Tiefe korrigieren. Hat man einen auffälligen Spot gefunden, wird die Montage gebremst abgelassen. Dies verhindert eine zu große Seitdrift der Montage beim Ablassen.

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Immer dicht am Grund

Sobald man Grundkontakt hat, sollte die Montage auf Spannung gebracht werden und in leichten Auf- und Ab-Bewegungen geführt werden. Es ist dabei immer darauf zu achten, dass die Montage den Grund berührt. Schnelles Auf und Ab, lassen den Gummifisch verführerisch hüpfen. Wenn in extremen Tiefen über 200 Metern gefischt wird, kann man den Gummifisch noch zusätzlich mit Knicklichtern im Körper und Schwanzbereich tunen. Mein erster Gummifisch war ebenfalls mit zwei Knicklichtern versehen.

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Die Bisse kommen knall hart! Sofort nach dem Biss muss die ganze Kraft aufgewendet werden um den Fisch vom Riff einige Meter nach oben zu bekommen. Gelingt einem dies nicht, kann der Fisch im Riff verloren gehen. Hat man den Fisch allerdings überrumpelt, so kann man diesen im Mittelwasser langsam nach oben pumpen. Bei großen Tiefen sollte man sich mit dem Hochpumpen Zeit lassen da sonst die Fische den Druckausgleich nicht schnell genug umsetzen können und verenden.


Oftmals bleibt einem auch gar nicht mehr übrig als sich Zeit zu lassen. Mit dieser Methode fischt man in erster Linie auf grundnahe Rifffische wie Grouper und Snapper. Diese extremen Kämpfer sind kaum zu bändigen. Mit ihrer ganzen Masse versuchen sich vor allem Grouper im Drill zu behaupten. Mein erster Dropshot-Drill kostete mich über 30 Minuten und unzählige Schweißperlen auf der Stirn. Zu Beginn des Drills war es kaum möglich Schnur auf die Rolle zurück zu bekommen. Entweder ging gar nichts oder der Fisch rupfte die zurück gekämpfte Schnur wieder von der Rolle. Ein Gimbal mit Harnes hilft diesen harten Kampf zu gewinnen.

 

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Sollte der Fisch an der Oberfläche die Schwimmblase aus dem Maul gedrückt haben, kann der Fisch mit einem so genannten Deflater, einer Kanüle mit denen die Amerikaner ihre Tiefseefische releasen, behandeln werden. Dabei wird der Druck im inneren des Fisches mit Hilfe der Kanüle wieder ausgeglichen. Diese Methode bringt allerdings nicht immer den gewünschten Erfolg und sollte nur von Profis angewandt werden. Ein langsamer Drill ist meist die bessere Alternative um einen Fisch releasen zu können.


Das Dropshotten im tropischen Salzwasser ist eine äußerst spannende Art der Fischerei, da hiermit gezielt auf die dicken Grouper gefischt werden kann. Der Köder bleibt bei dieser Art der Fischerei immer in der heißen Zone dieser Bulldozer der Riffe. Peter Ready mit seiner Seahorse ist die erste Adresse in Kenia um diese Art der Fischerei auszuprobieren. Er hat sich schon früh auf das Jiggen und Dropshotfischen spezialisiert. Zudem ist die Seahorse mit ihrer Bauart bestens für diese Art der Fischerei geeignet.

 

Bilder: Andreas Knausenberger; Oliver Jungermann