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Malindi Sails – Kenias Sailfish-Capital |
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Wie aus dem Nichts durchbricht eine große Rückenflosse und ein langes Schwert die Oberfläche des tiefblauen, Indischen Ozeans. Energisch versucht der Segelfisch den Köder zu erwischen. Nach einigen Versuchen und mehrfachem, pfeilschnellen Köderwechsel, kreischt die 30lbs Tiagra endlich auf. Doch Zeit zur Entspannung bleibt nicht. Ein weiterer Sailfish macht sich auf die noch immer langsam getrollten Stripbaits her. Nach kurzer Freespoolphase wird der Bremshebel auf Strike geschoben und auch dieser Sail beginnt in hecktischen und rasanten Sprüngen seine Flucht…
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Malindi, Sailfish Capitol
Ein Szenario welches sich regelmäßig im Zeitraum von Anfang November bis Mitte September im kleinen Fischerdort Malindi, an der kenianischen Küste wiederholt. Malindi zählt zu einem der Top-Reviere wenn es um die Jagd nach dem schnellsten Fisch des Ozeans geht. Massenfänge von über 20 Segelfischen sind zu der Hauptsaison keine Seltenheit und machen das Revier so einzigartig. Sobald der Wind gegen Ende des Jahres anfängt zu drehen, läuft die Big-Gameflotte von Malindi und Watamu aus zu den Fischgründen, nur wenige Seemeilen von der Küste entfernt.
Durch den Sabaki-Fluss, welcher in die Bucht von Malindi mündet, ist das Wasser im Küstenbereich bräunlich eingetrübt. Je nach Windstärke und Wellenhöhe kann das braune Wasser bis etliche Kilometer ober- und unterhalb der Mündung, das Wasser eintrüben. Wie eine natürliche Wand trifft dann weiter draußen , das trübe auf das klare Wasser. Ab diesem Bereich beginnt die heiße Zone. Sobald die Boote das Randgebiet dieser Zone erreicht haben, kommen die Stripbaits ins Spiel.
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Köder und Taktik
Stripbaits sind kleine Kunstköder mit Franzen und einem Plastik- oder Metallkopf. Diese Köder werden mit Bauchstreifen von der Dorade oder anderen Fischarten ergänzt. Ist der Köder im Wasser, zieht dieser eine verführerische Blasenspur hinter sich her. Manchmal wird zudem vor dem Köder noch ein kleiner Birdy, eine Art Holzschiffchen, auf dem Vorfach montiert. Dieses verursacht zusätzliche Splashes vor dem Köder und verstärkt somit die Lockwirkung des Baits. Oft werden zwei Teaserreihen links und rechts eingesetzt. Diese befinden sich meist im zweiten Wellenkamm und sollen zusätzlich die Segelfische anlocken.
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In der Regel wird mit sechs Ruten gefischt. Die Köderposition richtet sich dabei nach dem Wellenkamm des Bootes. Jedes Boot hat daher sein ganz spezielles Setup beim Trolling entwickelt. Die Stripbaits werden dabei auf dem zweiten, dritten, vierten und letzten Wellenkamm platziert. die jeweils äußeren Ruten werden über den Outrigger angeboten. Dies ermöglicht mit mehreren Ködern zu fischen, ohne Gefahr von Verwicklungen. Die zwei kurzen Outriggerruten befinden sich direkt hinter der Birdyreihe, die langen Köder in der dritten oder vierten Welle. Eine kurze Rute wird direkt im Wirbelbereich der Schrauben, nur wenige Meter vom Boot entfernt angeboten und eine weitere Rute weit hinter den letzten Ködern in der Mitte der Fahrspur.
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Outrigger & Freespooling
Der Trick beim Fischen mit Outrigger ist jener, dass der Fisch nach dem Biss und dem Auslösen der Schnur aus dem Clip, genug Zeit hat den Köder zu fressen. Segelfische schlagen oft gezielt nach den Ködern. Die betäubten Fische werden dann eingesammelt. Dieses Prinzip nutzt der Outrigger in diesem Fall aus. Im Normalfall ist die Hakwahrscheinlichkeit über den Outrigger relativ hoch. Anders sieht das mit der Rute im direkten Weißwasser des Bootes aus. Hier muss der Fisch freegespoolt werden. Das heißt dass sobald der Fisch hinter dem Boot auftaucht die Rute in die Hand genommen werden muss.
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Sobald der Fisch den Köder attackiert muss sofort der Freilauf der Rolle aktiviert werden. So hat der Fisch die Möglichkeit den Köder einzusammeln. Hat dieser den Köder erwischt, wird in der Regel zwei bis drei Sekunden gewartet, der Bremshebel auf Strike gefahren und angeschlagen. Dies sollte im Moment erfolgen wenn der Segelfisch mit dem Kopf sich vom Boot wegdreht. Ist der Fisch gehakt erfolgt in der Regel eine spektakuläre Flucht mit wilden, hohen Sprüngen.
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Drill & Light Tackle
Im Drill sollte darauf geachtet werden, dass der Fisch so schnell und schonend wie möglich ans Boot geführt wird. Ein „Hinterherfahren“ beschleunigt die Drillphase. Der Zustand des Sailfishes kann an seiner Körperfarbe erkannt werden. Lange gedrillte Fische ändern die Farbe von Silberblau zu einem dunklen Braun. Dies ist ein Anzeichen für Muskelübersäuerung. In der Regel werden die Fische in Malindi getagged. Das heißt sie bekommen zu wissenschaftlichen Zwecken eine Markierung und werden wieder freigelassen.
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Das Fischen mit Light-Tackle auf Segelfisch hat seine besonderen Reize. Hierbei sollte aber dem Fisch zuliebe nicht unter 12lbs gefischt werden. Oft kann mit dem leichten Gerät zu wenig Druck auf den Fisch gemacht werden. Das Resultat sind lange, anstrengende Drills welche die Fische oft nicht überleben. Eine faire Chance sollte der Fisch vom Angler auf jeden Fall bekommen, denn schließlich ist es auch „Sportfischen“...
Bilder: Andreas Knausenberger
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